Geboren 1926. Bewegende Lesung in der Heimatstube Ober-Erlenbach

 

Es war ein bewegender Abend, als Franz Schulz unterstützt von seinem Sohn Tom in der voll besetzten Heimatstube Ober-Erlenbach am 7. März aus seiner Biografie gelesen hat.

 

Franz Schulz Leben umspannt fast ein Jahrhundert und die Zeitspanne von der Weimarer Republik bis heute. Mitten in die Weimarer Republik hinein wurde Franz Schulz 1926 geboren. Als diese erste Demokratie auf deutschem Boden zu Ende ging, war er sieben Jahre alt.

 

In stimmungsvoller Atmosphäre nahm uns Franz Schulz mit auf die Reise durch sein Leben. Vor Franz Schulz auf dem Tisch, lag das Rasiermesser, das seiner Biografie den Namen gab. Vor dem Tisch stand der Holzkoffer, den ein Schreiner ihm 1947 bei seiner Entlassung aus der Gefangenschaft anfertigte.

 

In dem 62-seitigen Buch hat er festgehalten, wie das Leben in Schulzendorf war, wo er geboren wurde, in Westpreußen im Kreis Deutsch Krone, wie der Krieg und später die Russen kamen und er in Gefangenschaft ging. Er berichtete von seiner teilweise abenteurlichen Reise aus der Gefangenschaft nach Ober-Erlenbach, wo er 1947 ankam und beinahe nach einem Vierteljahr wieder zurückgeschickt worden wäre, weil seine „Einreise“ nicht korrekt war. Er berichtete davon, wie er ins Speiseeisgeschäft „einstieg“ und wie er seine Frau Klara Schulz, 1926 in Ober-Erlenbach geboren, kennenlernte und 1951 heiratete. Wie er zur Sparkasse und dort in den Personalrat kam und über seine zahlreichen Ausflüge mit dem Auto und dem Motorrad und seinen Pannen. Ein lange währendes Leben.

 

Zur Überraschung brachte er den Brief seiner 65-jährigen Nichte mit.  Die Tochter seines Bruders Paul hatte ihm als Reaktion auf seine Biografie sehr persönlich und bewegend geschrieben. Sie schilderte, wie seine Biographie auf sie gewirkt und sie berührt habe. Lieber Onkel Franz, liebe Tante Klärchen schrieb sie oft und dieser Brief rundete auf wundervolle Weise diese besondere Lesung ab.

 

 

Die drei mitgebrachten Buchexemplare waren schnell vergriffen. Zum Bedauern einiger Besucher und Besucherinnen, die gerne eines erworben hätten.